| Aus dem Alltag eines Bleistifts |
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Wie sieht das Leben an einem gewöhnlichen Tag in der Schule Zürich Nord aus? Was berichten uns die Gegenstände, die unsere Arbeitsplätze umgeben oder unser Schulzimmer schmücken, was erzählen die Werkzeuge, die wir fürs Lernen brauchen? Schüler der 2. Sek. haben sich in die Perspektive eines solchen Objekts versetzt und schreiben aus ihrer Perspektive. Text und Bild von Adriano «Ratsch»! Die Schachtel wird aufgerissen und meine Brüder und ich werden herausgenommen und an verschiedene Kinder verteilt. Ich gehöre jetzt einem Jungen mit schwarzen Haaren und einer Brille auf der Nase. Er schaut mich prüfend an und testet mich auch gleich. Er nimmt einen Massstab und zieht mich an dessen Seite entlang. «Hey, du… Dich kenn ich gar nicht. Wer bist du? Und wer hat dir erlaubt mich zu benützen?», fragt plötzlich eine energische Stimme. Erschrocken drehe ich mich um und erblicke den Massstab in seiner vollen Länge von 40 Zentimeter. «Tja… äh… also… ich bin Schöbi, der Bleistift. Tut mir echt leid, ich wusste nicht, dass du…» Weiter komme ich gar nicht, denn ich werde vom Massstab unterbrochen. «Sprich mich nicht mit «du» an, du ungezogener Bengel! Ich bin Sir Ralf von Massstab!» – «Oh, Entschuldigung. Ich wusste nicht, wer Sie sind.» – «Schon gut. Bist du neu hier?» – «Ja. Ich kenn mich noch nicht so aus», nuschle ich etwas beschämt. «Tja, dann musst du dich umsehen.» – «Das werde ich machen. Vielen Dank!» – «Keine Ursache.» In der Zwischenzeit hat der Junge mehrere Striche und Punkte gezeichnet. Ich muss schon sagen, er kann sehr gut mit Sir Ralf von Massstab und mir umgehen, und ausserdem ist da noch so ein verrückter Spinner, der die ganze Zeit nur Kreise dreht. Doch ich werde immer stumpfer und habe langsam Angst, unbrauchbar zu werden. Da sagt der Junge plötzlich: «Hat jemand einen Spitzer? Mein Bleistift ist stumpf.» Spitzer? Was ist denn das schon wieder? «Ja, Adi, du kannst meinen haben», antwortet jemand gleich nebenan. Der Junge nimmt ein seltsames Ding, das an der oberen Seite eine Klinge hat, in die Hand. «Huhuahaha… Wen haben wir denn da?», lacht eine schneidende metallische Stimme. «Tja, ich bin Schöbi, der… AUA!!!» Das schneidende Blatt an der oberen Seite des Dings gräbt sich tief in meinen Unterleib und schneidet ein Stück davon heraus. «So, jetzt ist er wieder spitzig!», höre ich den Jungen sagen. Ich atme erleichtert auf. «Bis zum nächsten Mal! Huhuahaha…» Mit einem unheimlichen, fast sadistischen Lachen verabschiedet sich das Ding von mir. So! Jetzt habe ich also gerade Bekanntschaft mit einem Spitzer gemacht. Aber dafür bin ich jetzt wieder ganz spitzig. Ziemlich bald danach werde zurück ich in die Schachtel gepackt. Um mich herum herrscht endlich wieder Stille und Dunkelheit. Meine Gedanken kommen zur Ruhe und ich frage mich, welche Abenteuer wohl morgen auf mich warten. Von Lukas Ich bin ein Gegenstand in der Schule Zürich Nord, im Zimmer der zweiten Sek., und ihr müsst herausfinden, wer ich bin. Die Autos und Motorräder, die an unserer Schule vorbeifahren, finden, dass wir es hier unglaublich langweilig haben, aber eigentlich ist es gar nicht so. Ich jedenfalls habe ein sehr aufregendes Leben. Von dem Ort aus, wo ich mich befinde, habe ich einen sehr guten Ausblick über die Schüler. Um es euch ein bisschen einfacher zu machen, herauszufinden, wer ich bin, gebe ich euch ein paar Hinweise: Ich bin schön bunt und nicht gerade billig. Ein paar Schüler haben ihr Geld zusammengeworfen, um mich für einen ganz speziellen Anlass zu kaufen. Und nun stehe ich auf dem Pult mit der besten Aussicht über die ganze Klasse, nämlich auf dem Lehrerpult. Nun sollte ich euch genug Tipps gegeben haben, damit ihr herausfinden könnt, wer ich bin. Vielleicht noch ein letzter Hinweis: Ich werde nicht mehr lange im Klassenzimmer der zweiten Sek. stehen, denn ich fange langsam an zu welken. Na, wisst ihr es jetzt? |

