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Lesung mit Jürgen Banscherus

 

Konzentrierte Stille. Im Zimmer der Sek. Pro sitzen etwa 40 Schülerinnen und Schüler, die Stühle sind im Halbkreis gegen die Tafel angeordnet. Alle Blicke sind nach vorn gerichtet. Da steht der Jugendbuchautor Jürgen Banscherus, der aus „Novemberschnee“, einem der vielen von ihm geschriebenen Bücher, vorliest. Die direkte Begegnung mit einem Schriftsteller ist für die Jugendlichen immer etwas ganz Besonderes und jedes Mal sehr spannend und anregend.

Von und über Jürgen Banscherus haben wir in kurzer Zeit viel erfahren. Er erzählt zuerst, dass er aus dem Ruhrgebiet komme, dass es dort nur selten schneit und dass er erst im Alter von sieben Jahren das erste Mal eine verschneite Landschaft gesehen habe. Die tiefverschneite Landschaft, in der sein Roman «Novemberschnee» spielt, ist nicht die seiner Kindheit. Doch die Jugendlichen, die darin die Hauptrolle spielen, die könnten tatsächlich aus dem Ruhrgebiet stammen. Sie könnten aber genauso gut in einem Dorf in der Schweiz leben. Ich bin sicher, dass viele der anwesenden Schülerinnen und Schüler sich gut vorstellen können, eine Lina, einen Jurij oder einen Tom zu kennen. Und dass die drei Jugendlichen sich jeweils in einer verlassenen Hütte in einem Steinbruch treffen, dort miteinander quatschen, Nina sich zuerst in Jurij und dann in Tom verliebt, ist ebenfalls nichts Aussergewöhnliches. Aber wer jetzt denkt, dass „Novemberschnee“ eine Liebesgeschichte sei, liegt weit daneben.

Auf eine lockere Art, aber mit eindrücklicher und eindringlicher Stimme erzählt uns Jürgen Banscherus von drei Jugendlichen, die sich Schritt für Schritt in eine ganz schlimme Geschichte verwickeln, an deren Ende vier Menschen tot sind. Gerne hätten wir auch den Schluss gehört, aber da wechselt der Vorleser zur Fragerunde und berichtet danach noch davon, was ihn dazu angeregt hatte, diese Geschichte zu schreiben.

Mit einem grossen Applaus verabschieden sich die Schüler und Schülerinnen von ihm, und sicher führte die Lesung in der anschliessenden Mittagspause noch zu einigen Diskussionen und Spekulationen darüber, wie das Buch wohl endet.

Endlich ist es soweit! Der Baum ist vom Traktor angehoben und in die richtige Position gebracht, so dass er in der vorbereiteten Grube platziert werden kann. Nun muss er noch mit vereinten Kräften stabilisiert, eingepflanzt und vor zu grosser Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Im Rahmen eines Aktionstages haben sämtliche Schülerinnen und Schüler unserer Schule unter Anleitung von Grün Stadt Zürich mitgeholfen, 15 neue Bäume im Oerliker Park zu pflanzen. Der Ersatz der alten war nötig geworden, da diese aufgrund eines Pilzbefalles stark geschwächt waren.

Während jeweils fünf Gruppen im Park zusammen mit erfahrenen Gärtnern tatkräftig je einen neuen Baum pflanzten, beschäftigte sich der Rest der Schülerschaft in Gruppenarbeiten mit verschiedenen passenden Themen wie z.B.: Schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen, das Leben der Tiere im Wald, der Regenwurm, unsere Oerliker Pärke oder die Natur als Apotheke.

Dank dem wunderschönen Frühsommerwetter und dem tollen Engagement aller Lehrpersonen kann sich das Ergebnis des Tages sehen lassen, sowohl draussen im Oerliker Park als auch im Schulhausgang, wo die Plakate der Workshops Einblicke in die Gruppenarbeiten gewähren.

 

Bericht über eine Autorenlesung

Von der 3. Sek Job

 

«Der Autor Bruno Blume kam in unsere Schule, um seine Werke vorzustellen. Innerhalb von zwei Stunden erzählte er uns viel Persönliches und Privates, genauso las er uns aus seinen kreativ umgeschriebenen Shakespearebüchern vor und wirkte insgesamt sehr offen. So antwortete er locker, selbstbewusst und manchmal auch passend mit einem Konter auf diverse Fragen, inklusive wieso er ohne Schuhe und Socken im Schulzimmer stand. Sein Erscheinungsbild war für einige fragwürdig und für andere wiederum spannend und aufregend. Sein Auftreten hatte zur Folge, dass ihn so mancher auf den ersten Blick komisch fand. Seine Vorlesungen beinhalteten ein unterhaltsames Schauspiel dank seiner Stimme und passender Mimik. An verschiedenen Stellen zitierte Bruno Blume aus seinen Büchern und man merkte auf Anhieb, dass er sich intensiv mit den Werken Shakespeares sowie deren Geschichte und Hintergrund befasst hatte. Wo etliche aus der Klasse den Büchergeschmack nicht so teilten, traf er denjenigen der übrigen. Eventuell hätte Bruno Blume noch ein wenig aus seinen Jugendbüchern vorlesen können, ansonsten war es für viele ein abwechslungsreiches Erlebnis.»

 

Über die Entstehung dieses Berichts

Von Evelin Stutzer, Deutschlehrerin der Klasse

 

Entstanden ist der Text der 3. Sek Job, indem alle Schülerinnen und Schüler als erstes in ein gemeinsames Dokument auf dem Server je eine kurze persönliche Rückmeldung zur Lesung geschrieben haben. Danach haben wir bei den einzelnen Aussagen untersucht, was daran neutrale Beobachtung, was Behauptung, was Bewertung ist, wo sich ein Gefühl versteckt (zum Beispiel in Übertreibungen) und wo eine persönliche Wertung enthalten ist (zum Beispiel in negativen Bewertungen). Schliesslich sollten die Schülerinnen und Schüler versuchen, ihre darunter liegenden Bedürfnisse zu ergründen, und Begründungen finden, wenn sie etwas behauptet hatten. Eine Schülerin (Tatjana) hat dann aus all den ausgearbeiteten Einzelvoten einen zusammenhängenden flüssigen Text verfasst.