bildstreifen_12K.jpg

Atelierbesuch Max Grüter

Von Helena Wehrli und Regula Weber

Die Schülerinnen und Schüler der zweiten und dritten Sek. befassen sich im Fach Werken einige Wochen lang mit Gusstechniken. Zuerst modellieren sie eine Urform, in unserem Fall ein Haus, aus Ton. Dann erfahren die Jugendlichen, wie ihr modelliertes Haus vervielfältigt werden kann, indem sie eine Negativform aus Silikon herstellen. Die entstandene Haut oder Negativform kann dann mit verschiedenen Materialien ausgegossen werden.

Ein Virtuose in diesem Bereich ist der Künstler Max Grüter. Er befasst sich seit vielen Jahren mit diesen Techniken und hat sich für das Vervielfältigen seiner Modelle in der 3D-Drucktechnik spezialisiert. Darum wollen wir bei ihm einen Atelierbesuch machen. Grüter hat seine Werkstätte in einem Hinterhof in der Stadt Zürich. Eine schmale Treppe führt uns in sein Atelier. Grüter heisst uns willkommen und führt uns in seinen ganz eigenen Kosmos von Tauchern und Astronauten, die in zahlreichen Versionen im ganzen Atelier zu finden sind. Er hat Ende der Neunziger Jahre den Computer zu seinem künstlerischen Basisinstrument gemacht. Der Künstler sagt, dass er ein elektronischer Plastiker, Maler und Zeichner ist. Das heisst, er modelliert mit einem 3D-Zeichnungsprogramm seine Figuren so lange, bis er seine Modelle kreiert hat. Ausgangspunkt ist ein Kubus, der so lange geteilt, gedreht, verschoben und transformiert wird, bis eine Figur entsteht, welche seiner Vorstellung entspricht. Die so entstandenen Astronauten und anderen Wesen werden von einem 3D-Drucker erzeugt.

Doch nicht nur bei Grüter hat der 3D-Drucker seine Spuren hinterlassen. Produkte aus 3D-Druckern gehören bereits zu unserem Alltag: Zahnkronen, Hörgeräte, Bauteile für Flugzeuge kommen aus dem Drucker. Aber das ist nur der Anfang. So wie wir heute Musik und Bücher runterladen, so wird es in Zukunft Konstruktionsbauteile zum Ausdrucken geben.

Die Jugendliche fanden den Atelierbesuch bei Max Grüter „super spannend, cool und informativ“. Informativ auch deshalb, weil sie sich nun besser vorstellen könnten, wie der Arbeitsalltag eines Künstlers aussieht und zudem erlebt haben, dass die 3D-Drucktechnik unseren Alltag verändern wird.